Wer ich bin

In meinem ersten Berufsleben war ich 30 Jahre lang Autor und Produzent von Reportagen und Dokumentationen sowie Dramaturg und Drehbuchautor für Film und Fernsehen. Bis heute realisiere ich im In- und Ausland Reportagen zwischen Kultur, Gesellschaft und Politik, vor allem für ARTE und 3Sat. Durch die Begegnung mit Menschen unterschiedlicher Kulturen und deren Blick auf persönliche und politische Herausforderungen und Konflikte habe ich gelernt, wie man durch aufmerksames Zuhören und behutsames Nachfragen Menschen wirklich nahe kommen und Vertrauen schaffen kann. Als Autor und Dramaturg ging es mir darum, die vielen Facetten einer Figur zu erkunden, dafür sparsame, eindringliche Beschreibungen, Dialoge und Verhaltensweisen zu erfinden und möglichst intensive szenische Konflikte dazu zu entwickeln.

Gleichzeitig reifte in mir schon seit längerem der Wunsch, therapeutisch zu arbeiten. Nach der Geburt meiner beiden mittlerweile fast erwachsenen Kinder kam ich verstärkt mit eigenen Themen, wie etwa meinem Verhältnis zu Autorität(-en) und zu den eigenen Eltern in Berührung. Wie gelingt in der Familie (und in der Schule) ein echter, unverstellter Kontakt zu den eigenen Kindern auf Augenhöhe, in dem alle gesehen werden, sie ihre Grenzen und Rechte wahren können und trotzdem liebevolle, verantwortungsbewusste Führung durch die Erwachsenen stattfindet?

Durch meinen Vater, der Kinder- und Jugendpsychiater und Familientherapeut war, war mir der systemische Blick auf Störungen im Familiensystem seit frühesten Tagen vertraut. Die Bücher des dänischen Pädagogen Jesper Juul aber eröffneten mir nochmals einen völlig neuen Blick auf das Thema ‚Erziehung‘. Sein Verständnis von Verantwortung, gleichwürdiger Begegnung zwischen Kindern und Erwachsenen und authentischem Verhalten auf der Erwachsenenseite beeindruckten mich in ihrer Klarheit und Direktheit. Nach einer Empfehlung einer Freundin habe ich 2022 Deutsch-Dänischen Institut für Familientherapie in Berlin (DDIF) unter Christine Ordnung meine Ausbildung zum Familientherapeuten nach dem Ansatz von Jesper Juul begonnen und 2025 abgeschlossen.

Während der vierjährigen Ausbildung ging es neben der Auseinandersetzung mit eigenen Entwicklungsthemen vor allem um das Erlernen eines prozesshaften und erlebnisorientierten Arbeitens mit den Familien - wie lassen sich Probleme und Herausforderungen durch behutsames Nachfragen zu ihrem emotionalen Kern zurückverfolgen, welche Gefühle, Erwartungen und Bedürfnisse tauchen dabei auf und wie kann sich die Familiendynamik durch eine neue, authentischere Art der Kommunikation und des Tuns verändern? Basierend auf diesen Grundsätzen, begleite ich seit 2023 Familien und Paare in meiner Praxis in Berlin Mitte.

Angeregt durch meine Frau, die als Trauma-Therapeutin unter anderem mit der NARM®-Methode arbeitet und durch meine eigene langjährige Therapeutin absolviere ich derzeit die Ausbildung zum NARM®-Practitioner zur Auflösung von Entwicklungstraumen, entwickelt von dem amerikanischen Psychologen und Therapeuten Laurence Heller:
das ‚NeuroAffective Relational Model‘®.

Die Entwicklungstraumata, die wir Heller zufolge in unterschiedlichen Phasen unserer Kindheit aufgrund mangelnder Einstimmung, Fürsorge oder Missbrauch erlebt haben, führen zu Scham und Selbstabwertung. In der Folge haben wir Anpassungs- bzw. Überlebensstrategien entwickelt, die wir zur Aufrechterhaltung der Beziehung zu unseren engsten Bezugspersonen erlernen mussten - auf Kosten unseren eigenen Integrität. Später im Erwachsenenalter leben diese schambasierten Strategien unbewusst in uns fort und behindern uns in unserem authentischem Ausdruck und Dasein. Die Therapie fragt nach den Wünschen der Klient:innen im Hier und Jetzt und untersucht, welche Hindernisse ihnen dabei im Wege stehen und wie sie kindliche Anteile erkennen und transformieren können.

Zwischen Laurence Heller und Jesper Juul gibt es zahlreiche Überschneidungen in ihrer therapeutischen Herangehensweise und vieles, das sich befruchtet und ergänzt: In beiden Ansätzen werden die alten Überlebensmuster, Schmerzpunkte und Bewältigungsstrategien dechiffriert und die Sehnsüchte nach einer authentischeren Art des (Zusammen-)seins erkundet. Beiden geht es vor allem darum, für den Klienten einen sicheren Raum für den Kontakt mit seinen Gefühlen zu schaffen, neue Entscheidungsmöglichkeiten für sich zu entdecken und schließlich die volle Verantwortung - im Sinne von mehr Selbstwirksamkeit - dafür zu übernehmen.

Therapeutische Aus-und Weiterbildungen

2012-2013 2-semestriges Seminar „Strong At the Broken Places – Kindheitstraumata bewältigen“ am Grinberg-Institut Berlin bei Vered Menasse und Claudia Glowig

2018-2020 Teilnehmer mehrerer Men’s Study Group Workshops von Steve James und Michaela Boehm in Amsterdam zum Thema Embodiment, Männlichkeit und Beziehungen

2022-2025 Ausbildung zum Familientherapeuten am Deutsch-Dänischen Institut für Familientherapie in Berlin bei Christine Ordnung. Ausbilder: Christine Ordnung, Niels Hamel, Cornelia Stöckel, Marianne Troost

"Traumakompetenz in der Begleitung von Kindern und Jugendlichen" Seminar von Udo Baer, Juni 2025

2026 Heilpraktiker-Erlaubnis für Psychotherapie; Prüfung in Berlin-Lichtenberg

2026-2028 Ausbildung zum NARM®-Practicioner am ZIST-Institut in Penzberg bei Michael Mokrus, begleitet von Super- und Intervisionen

2026 „Scham und Selbstablehnung 2.0“; Seminar bei Stephan Niederwieser, Co-Autor mit Laurence Heller von „Wer wir wirklich sind. Jenseits von Scham und Selbstablehnung“

Februar 2027 „NARM®-Intensive: Die Suche des Herzens nach sich selbst“; NARM®-Vertiefung bei Stephan Conrad Niederwieser

Seit 2014 regelmäßige NARM®-Therapie-Sitzungen